Rückbesinnung auf das Ursprüngliche

Glaubt man den meisten Buchautoren, Nordic-Walking-Instrukturen und Verbänden dann kann man Walking nur noch dann ausführen, wenn man geeignete „Walking-Schuhe“ gekauft hat, Walking in einem ausgeschilderten “ Walking-Park“ ausübt und in einem Kurs die „richtige“ Nordic-Walking-Technik erlernt hat.

Die Sportartikelindustrie tut das ihrige, um diese Auffassung zu unterstützen. Bei falscher Technik und Ausrüstung werden Verspannungen angekündigt und auf potentielle Verschleißerscheinungen in den Gelenken hingewiesen.

Einerseits finde ich den Trend „Walking“ bzw. „Nordic-Walking“ äußerst positiv. Denn welche andere Sportart hat es geschafft so viele Menschen zu mehr Bewegung hinzuführen und ihnen die Hemmschwelle vor sportlichen Aktivitäten zu nehmen?

Andererseits halte ich den derzeitigen Trend – genauso wie Thomas Steffens, Chefredakteur der Runner’s World – für bedenklich. „Stichwort Technik: Da verunsichert man sportlich bisher unbedarfte Menschen, sobald sie ihre Stöcke gekauft haben. Man müsse unbedingt die richtige Technik erlernen, heißt es, da es sonst nichts bringe oder gar gefährlich würde.“

Es ist ein Ausdruck unserer Gesellschaft, dass Bewegung häufig nur noch als sportliche Betätigung verstanden wird. Hieraus leitet sich dann der Trugschluss ab, dass es für Bewegung immer so etwas wie ein feststehendes (gesundheitsförderliches) Bewegungsprogramm geben muss.

Geht hier nicht zu viel von dem ursprünglichen Charakter des Walkings verloren? Genauso wie Wandern sollte Walking und Nordic Walking als das gesehen werden, was es ist: „Eine einfache gesunde Form der Bewegung, die für jeden geeignet ist. …“